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Josef Moosbrugger (LKÖ-Präsident) © LK Österreich / APA / Schedl

STELLUNGNAHME LKÖ

USA plant Importzölle von 20%

Ein Artikel von Redaktion | 03.04.2025 - 15:32

Dass US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, EU-Importe mit einem Zoll von 20% zu belegen, wird vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich Josef Moosbrugger kritisch bewertet. „Solche Handelseinschränkungen schaden der (Land-)Wirtschaft auf beiden Seiten. Daher fordern wir die EU-Kommission dringend auf, Gespräche mit der US-Regierung zu suchen, um gemeinsame Lösungen zu finden und eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern. Gelingt das nicht, wird Europa wohl selbst nicht umhinkommen, seine Wirtschaft gezielt zu schützen“, so Moosbrugger. „Der außenpolitische Schwenk der USA ist weder mit den WTO-Prinzipien, noch mit dem bis dato liberalen geopolitischen Ansatz erklär- und vereinbar", so der LKÖ-Präsident.

Weinsektor besonders betroffen

Im Agrar- und Lebensmittelbereich galt die USA bislang als zehntwichtigstes Exportland für Österreich. Im Weinbereich waren die USA bisher der zweitwichtigste Zielmarkt nach Deutschland gemessen am Umsatz (15 Mio. EUR), und einem Exportvolumen von rund 2,5 Mio Litern.
„Auch wenn der Schrecken etwas geringer ist, dass Weinexporte in die USA nicht mit den zuvor angekündigten 200% Zoll belegt werden, sind auch 20% für einen ohnehin gesättigten Markt eine erhebliche Herausforderung. Wir fordern die EU-Kommission auf, ihre bisher für den Weinsektor vorgeschlagenen Maßnahmen deutlich nachzubessern“, so LK-Österreich-Präsident Moosbrugger.

EU ist gefordert

„Diese geopolitischen Entwicklungen verstärken die Unsicherheit auf den globalen Märkten und können sich – ja nach Erzeugnis und Fallkonstellation – preissenkend oder preistreibend auswirken. Die Europäische Union und ihre Institutionen werden gut beraten sein, das Thema Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, aber auch erneuerbaren Rohstoffen und Energie, vor allem aus eigener Erzeugung, zur Toppriorität zu erklären“, betont Moosbrugger.
„Darauf aufbauend gilt es, gute Rahmenbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern zu schaffen – von einer finanziell und programmatisch starken Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) über dringend notwendige Vereinfachungen und Entlastungen bis zur ausreichenden Verfügbarkeit mit Betriebsmitteln wie Dünger und Pflanzenschutz“, fordert der LKÖ-Präsident.