Zur Ehrung des international anerkannten Fachmanns fanden sich zahlreiche Wegbegleiter und Gratulanten an der HBLA und BA für Wein- und Obstbau zusammen, wo Haushofer über viele Jahrzehnte hinweg gewirkt hatte. „Johann Haushofer war ein charismatischer Pädagoge, der es perfekt verstand, Theorie und Praxis zu verbinden,“ so der amtierende Direktor Reinhard Eder bewundernd. „Seine Fachvorträge, bei denen er önologisches Fachwissen mit Allgemeinbildung und insbesondere Geschichtskenntnissen harmonisch verband, haben Generationen von Winzern begeistert. Es ist bemerkenswert und vorbildlich, wie er seine Lebenskraft und Geistesfrische bis ins hohe Alter so gut erhalten konnte.“
Haushofer wurde 1925 im niederösterreichischen Münichsthal im Bezirk Mistelbach geboren und sollte ursprünglich den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern übernehmen. Die Faszination an der Lehre sowie eine schwere Kriegsverletzung führten ihn letztlich vom heimischen Betrieb weg. Selbst Schüler an der Klosterneuburger Weinbauschule, wurde er 1950 Fachlehrer für Weinbau und Kellerwirtschaft und studierte Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur. 1961 übernahm er den Unterricht der Kellerwirtschaft in Klosterneuburg sowie die Leitung der Abteilung. Es folgten ein Lehrauftrag an der Boku und schließlich die Ernennung zum Direktor in Klosterneuburg im Jahr 1981. Die Position hielt er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1988 inne.
Der 12. Direktor der Bundesanstalt gilt als verdienter Wegbereiter der modernen Önologie und Lehre, der sein Leben mit Leidenschaft dem österreichischen Weinbau gewidmet hat. Von seinem Fachwissen, Engagement und Innovationsgeist konnten Generationen angehender Winzer profitieren. In seine Amtszeit fielen unter anderem der Ausbau der analytischen Qualitätskontrollstellen zu Zeiten des Weinskandals sowie Umbauten und Renovierungen der Anstalt. Auch an der Ausarbeitung des Weingesetzes 1985 und den entsprechenden Durchführungsbestimmungen war Haushofer beteiligt.
Lebenslauf Dir. i.R. Hon.-Prof. DI Johann Haushofer
geboren am 21. März 1925 in Münichsthal (NÖ, Bezirk Mistelbach)
1930-1938 Besuch der Volksschule in Münichsthal
1938-1943 beschäftigt als landwirtschaftlicher Arbeiter im elterlichen Betrieb
1943-1947 Militärdienst (Wehrmacht) und Kriegsgefangenschaft
1945 Verlust des linken Unterschenkels (kriegsversehrt 50%)
1947 Externistenprüfung an der Hauptschule Wolkersdorf
1947-1950 Schüler der HBLA u. BA für Wein-, Obst- und Gartenbau Klosterneuburg
1950 Praktikant an der HBLA u. BA Klosterneuburg
ab 1950 Fachlehrer für Weinbau und Kellerwirtschaft in Klosterneuburg
1951-1955 Studium an der Hochschule für Bodenkultur (Studienrichtung Landwirtschaft)
1956 3. Staatsprüfung (Diplomingenieur)
1956 Befähigungsprüfung für den landw. Lehr- u. Förderungsdienst am Bundesseminar für landw. Bildungswesen in Ober St. Veit
1958 Pragmatisierung, Überstellung in die Verwendungsgr. L1, Definitivstellung
1961 Übernahme des Unterrichts der Kellerwirtschaft“ und Leitung der Abteilung
ab 1969/70 Lehrauftrag für „Technologie des Weines“ an der Boku
1970 Verleihung einer schulfesten Stelle
1971 Gewährung einer Jubiläumszuwendung (25-jähr. Dienstjubiläum)
1976 Verleihung des Berufstitels „Oberstudienrat“
1980 Bestellung zum Dienststellenleiter (als Nachfolger v. Dir. Prillinger)
1980 Zusätzlich zur Funktion des Dienststellenleiters wird er dem BM für Land- und Forstwirtschaft (Ref. II10a) für die Belange des Weingütesiegels zugeteilt
1981 Ernennung zum Direktor der HBLA u. BA für Wein- u. Obstbau
1981 Bestellung in die Prüfungskommission d. Verwendungsgruppe A beim Bundeskanzleramt
1982 auch für die Verwendungsgruppe C
1984 auch für die Verwendungsgruppe B
1982 Erfolgreiche Ablegung der Dienstprüfung für die Verwendungsgruppe A
ab 1983 Prüfungskommissar für die Befähigungsprüfung f. den land- und forstw. Lehr- und Förderungsdienst (f. d. Fachgebiet „Weinbau“)
1983 Ernennung zum Hofrat (Überstellung von „L1“ in „A“)
ab 1983 zusätzlich teilbeschäftigter Vertragslehrer für Kellerwirtschaft an der HBLA u. BA Klbg.
1984 Honorar-Professur für „Technologie des Weines“ an der Boku
1986 Gewährung einer Jubiläumszuwendung (40-jähr. Dienstjubiläum)
1986 Verleihung des „Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich“
1987 Übertritt in den dauernden Ruhestand mit Jahresende